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Diagnostik

Für die Diagnose müssen nach den international offiziellen Klassifikationen ICD-10 und DSM IV Auffälligkeiten in drei Bereichen vorhanden sein:

Für die Diagnose müssen Auffälligkeiten in drei Bereichen vorhanden sein:

  • Qualitative Auffälligkeiten der gegenseitigen sozialen Interaktion
    • z.B. Besonderheiten in Blickkontakt, Mimik und Gestik. Wenig Interesse an anderen Kindern oder ungeschickten Formen der Kontaktaufnahme, fehlendes Verständnis für Abläufe innerhalb von Gruppen
  • Qualitative Auffälligkeiten der Kommunikation
    • z.B. verspätete oder fehlende Sprachentwicklung oder Verlust von vorhandener Sprache, häufiges Wiederholen von Wörtern oder Sätzen
  • Begrenzte, repetitive und stereotype Verhaltensmuster, Interessen und Aktivitäten
    • z.B. Drehen an Rädern von Spielzeugautos, Aufreihen von Gegenständen, auffällige Hand- oder Körperbewegungen, Angst vor Neuem, Unsicherheit bei Veränderungen, ausgeprägte Spezialinteressen

Poustka, et. al. beschreiben in ihrer Veröffentlichung „Autistische Störungen“ dezidiert die an die Diagnostik gestellten Anforderungen. Er spricht von Leitlinien zur Diagnostik und Verlaufskontrolle.

Früherkennung, Exploration und Befragung der Bezugspersonen, Verhaltensbeobachtung und/oder Exploration und Verhaltensanalyse, testpsychologische Untersuchung, körperliche und neurologische Untersuchung, Multiaxiale Klassifikation, Verlaufskontrolle sind, so die Autoren, die Mindestanforderungen an die Diagnostik, wobei die Früherkennung und die Verlaufskontrolle eher optionale diagnostische Maßnahmen darstellen.

Eine zuverlässige Diagnostik einer Autismus-Spektrum-Störung erfordert die gezielte, entwicklungsorientierte und auf die Symptome bezogene Befragung der Eltern und eine strukturierte Beobachtung der Betroffenen unter Anwendung standardisierter Interview- und Beobachtungsverfahren. Einige Verfahren werden hier kurz vorgestellt.

ADOS

Die diagnostische Beobachtungsskala für Autistische Störungen (Autism Diagnostic Observation Schedule) ist ein strukturiertes Verfahren zur Erfassung der Kommunikation, sozialen Interaktion, des Spielverhaltens und des Fantasiespiels von Menschen, bei denen das Vorliegen einer autistischen Störung vermutet wird. Dieses Verfahren enthält standardisierte Aufgaben, Aktivitäten und Interviewelemente, mit denen das Auftreten oder Fehlen bestimmter Verhaltensweisen beobachtet werden kann.

FSK

Der Fragebogen zur sozialen Kommunikation ist ein Screening-Verfahren, das 40 binäre Items umfasst. Diese Items repräsentieren qualitative Auffälligkeiten der gegenseitigen sozialen Interaktion, der Kommunikation sowie restriktive, repetitive, stereotype Verhaltensweisen und Interessen.

ADI-R

Das Diagnostische Interview für Autismus – Revidiert (Autism Diagnostic Interview – Revised) ist einsetzbar ab dem 2. Lebensjahr und ist hochspezifisch für die Diagnose eines frühkindlichen Autismus. Befragt werden Eltern oder andere enge Bezugspersonen des Kindes. Das Verfahren umfasst 93 Items zur frühkindlichen Entwicklung und zum Spracherwerb, zu verbalen und nonverbalen kommunikativen Fähigkeiten, Spiel und sozialem Interaktionsverhalten, stereotypen Aktivitäten und Interessen und komorbiden Symptomen.

Weiterführende Literatur:

  • Poustka, et al.: Autistische Störungen, Hogrefe, Göttingen 2008
  • Kusch, M., Petermann, F.: Entwicklung autistischer Störungen, Hogrefe, Göttingen 2001