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High-Functioning Autismus

Der Begriff „High-Functioning Autismus“ (HFA) wird in den letzten Jahren immer häufiger verwendet. Es herrscht allerdings kein allgemeiner Konsens darüber, auf was sich der Begriff genau beziehen soll. Es gibt auch keine eigene Ziffer für den HFA im ICD. Am häufigsten werden mit dem Begriff diejenigen Menschen mit der Diagnose eines „frühkindlichen Autismus“ bezeichnet, die nicht geistig behindert sind und die über eine funktionale Sprache verfügen. In diesem Sinne ist der High-Functioning Autismus also eine Variante des frühkindlichen Autismus. Manche Autoren (z.B. Vogeley) verwenden den Begriff allerdings als Oberbegriff für alle Autisten (Frühkindliche und Asperger-Autisten), die mindestens durchschnittlich begabt sind.

In der Forschung ging man in vielen Studien der Frage nach, ob und inwieweit sich Menschen mit einem HFA und einem Asperger-Syndrom unterscheiden. In den meisten Studien wurden außer in der frühkindlichen Sprachentwicklung keine Unterschiede gefunden. Wenn Unterschiede gefunden wurden, verschwanden die Unterschiede mit zunehmendem Alter oft ganz. Diese Ergebnisse legen ein dimensionales Verständnis nahe und stärken das Konzept der Autismus Spektrums Störung. So sieht z.B. Tony Attwood die Frage nach Unterschieden bzw. Gemeinsamkeiten von HFA und AS lediglich von akademischem Wert. Für die Therapie oder Förderung habe die Unterscheidung keinen Wert.

Weiterführende Literatur:

  • Vogeley, Kai: Hochfunktionaler Autismus im Erwachsenenalter, in: autismus, Zeitschrift des Bundesverbandes „autismus Deutschland e.V.“, oktober-nr. 64 (2007), 2 - 6
  • Remschmidt, H.; Kamp-Becker, I.: Asperger-Autismus, Springer, Heidelberg 2006
  • Poustka et al.: Autistische Störungen, Hogrefe, Göttingen 2008
  • High-Functioning-Autismus und das Asperger-Syndrom, Tagungsbericht der 8. Bundestagung 1999, Bundesverband Hilfe für das autistische Kind (Hrsg.)