
Seit März 1995 ist autismus Köln/Bonn e.V. Träger der Wohneinrichtung „Haus
Hommeln“ in Richerzhagen, ein kleiner Ort in der Gemeinde Kürten.
Haus Hommeln ist eine vollstationäre Wohneinrichtung mit Therapeutischem
Beschäftigungsbereich für zehn erwachsene Menschen mit Autismus.
Die Bewohner leben in zwei Wohngruppen.
Hommeln, ein Wort aus dem Bergischen Dialekt, bedeutet übersetzt, „sich selbst kümmern, für sich selbst sorgen“.
Die Zielgruppe der Einrichtung sind erwachsene Menschen mit Autismus, die aufgrund der Art und der Schwere ihrer Behinderung eine auf ihre besonderen Bedürfnisse ausgerichtete Betreuung brauchen. Die salutogenetische Perspektive in der Betreuung ist von zentraler Bedeutung. „Nur dabei sein, das kann nicht genügen“ schrieb Dietmar Zöller in seinem Buch „Wenn ich mit Euch reden könnte …“. Sinnerfülltes Leben beinhaltet mehr als die Versorgung der Grundbedürfnisse. Sinnerfülltes Leben heißt, sein Leben im Rahmen seiner Möglichkeiten und seiner Bedürfnisse selbst zu gestalten.
Voraussetzung für die Aufnahme in diese spezielle Einrichtung ist die fachärztliche Diagnose Frühkindlicher Autismus (F 84.0). Sämtliche Bewohner fallen unter den Leistungstyp 14.
Die Wohneinrichtung Haus Hommeln liegt im Bergischen Land, ländlich und doch stadtnah zu Köln und Bergisch Gladbach. Die unmittelbare Umgebung der Wohneinrichtung bietet vielfältige Möglichkeiten zum Wandern und für andere Bewegungsaktivitäten. Die Dhünntalsperre ist nur wenige Minuten Fußweg entfernt. Die ruhige Lage des Hauses bietet die Gewähr, dass die BewohnerInnen keinen Reizüberflutungen ausgesetzt sind. Hier können sie entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten Einfluss auf ihre Lebensvollzüge nehmen. Sie sollen den Alltag möglichst selbst bestimmen und an ihren Bedürfnissen orientiert gestalten können. Dafür wird ihnen notwendigerweise individuelle Hilfe zuteil, die vom Prinzip der zunehmenden Verselbständigung geleitet ist. Haus Hommeln bietet eine Lebensumgebung, die die BewohnerInnen nicht ängstigt, die sie überschauen und verstehen können. Je eindeutiger und klarer die Umgebung für Menschen mit Autismus gestaltet ist, je bekannter die Abläufe des alltäglichen Lebens sind, desto leichter finden sie sich zurecht.
Arbeit ist integraler Bestandteil des Lebens in Haus Hommeln. Dem Wohnhaus angeschlossen sind drei therapeutische Beschäftigungsbereiche: eine Schreinerei, eine Töpferei und der Bereich der Hauswirtschaft.
Der Tagesablauf ist räumlich wie zeitlich für die BewohnerInnen in Arbeits- und „freie Zeit“-Bereich gegliedert. Der Aufbau der einzelnen Arbeitsabläufe berücksichtigt die individuellen Möglichkeiten und Kompetenzen der jeweiligen BewohnerInnen. Die Angebote in den Werkräumen bieten den BewohnerInnen Gelegenheit für sinnerfülltes Tun. Die hergestellten Objekte werden im gemeinsamen Haushalt genutzt und im Gebrauch wiedererkannt. Die Gestaltung der Arbeitsplätze in den Werkräumen berücksichtigt individuelle Eigenheiten.
Auch in der „freien Zeit“ steht das Prinzip im Vordergrund, die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben der einzelnen BewohnerInnen zum Ausgangspunkt von Aktivitäten zu nehmen.